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Neue Longevity-Studie: Schon fünf Minuten zusätzliche Bewegung senken die Sterblichkeit

  • Dr. Christian Lunow
  • 10. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Sport und körperliche Aktivität sind gut für die Gesundheit – das ist seit langem bekannt und wirklich keine Neuigkeit mehr. Wie groß allerdings der Longevity-Effekt bereits kleinster Verhaltensänderungen hin zu mehr Bewegung ist, dürfte viele überraschen. Genau diesen Aspekt hat eine neue Meta-Studie untersucht, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Die Forschenden fanden heraus: Schon fünf Minuten Bewegung pro Tag können messbare Vorteile für die Langlebigkeit haben.


 Longevity
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Was hat die Studie zu Longevity herausgefunden?

Bewegung gilt seit Langem als einer der wichtigsten Faktoren für ein gesundes und langes Leben. Doch viele Menschen scheitern an den gängigen Empfehlungen: 150 Minuten Sport pro Woche klingen gut, fühlen sich im Alltag aber oft unerreichbar an. Dass bereits fünf Minuten Bewegung spürbare Gesundheitsvorteile bringen sollen, wie eine neue Studie nahelegt, dürfte für viele Menschen eine ermutigende Botschaft sein. Aber kann das wirklich stimmen?


Die internationale Forschergruppe um Professor Ulf Ekelund von der „Norwegian School of Sport Sciences“ in Oslo führte dazu eine Meta-Studie durch, in deren Verlauf sie sieben Studien auswertete, in denen über mehrere Jahre die alltägliche körperliche Bewegung der Teilnehmenden mit Aktivitätsmessgeräten überwacht wurde. Insgesamt schloss die Studie mit dem Titel „Deaths potentially averted by small changes in physical activity and sedentary time“ Daten von mehr als 135.000 Personen aus Europa und den USA ein.


Die Forschenden fanden heraus, dass bereits fünf Minuten zusätzliche Bewegung am Tag mit etwa zehn Prozent weniger Todesfällen im Nachbeobachtungszeitraum verbunden waren. Das entsprach im Durchschnitt einer um 8,2 Jahre verlängerten Lebenserwartung. Dieses Ergebnis galt für Teilnehmende der „Normalbevölkerungsgruppe“ und für mindestens moderate bis intensive Bewegung, also z. B. Gehen mit rund 6–7 km/h – in einem Tempo, bei dem sich die Atmung beschleunigt, man aber noch Luft zum Reden hat.


Die Studie betrachtete aber auch gezielt Personen, die eher wenig aktiv waren. Durch zusätzliche Aktivität könnten laut den Autoren der Studie durchschnittlich sechs Prozent aller Todesfälle in der „High-Risk“-Gruppe verhindert werden. Besonders inaktive Teilnehmende, die mindestens fünf zusätzliche Bewegungsminuten pro Tag einlegten, konnten sogar am meisten profitieren.

Mit zunehmender Dauer verstärkten sich die positiven Effekte, wie die Studie zeigte: Zehn Minuten tägliche Bewegung brachten bessere Ergebnisse als fünf, noch längere Aktivität entsprechend noch bessere. So reduzierten zehn zusätzliche Aktivitätsminuten die Sterblichkeit um rund 15 Prozent, bei der „High-Risk“-Gruppe um neun Prozent.


Wie lassen sich die Ergebnisse erklären?

Aus physiologischer Sicht sind die Ergebnisse der Forschenden plausibel. Körperliche Bewegung:

  • regt den Kreislauf an

  • verbessert die Insulinsensitivität

  • senkt Entzündungsmarker

  • unterstützt Blutdruck- und Gefäßfunktion


Auf diese Weise lassen sich Krankheiten vermeiden, die zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland zählen. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes sowie bestimmte Krebsarten. Aber nicht nur die Lebenslänge, auch die Lebensqualität im Alter kann regelmäßige Bewegung verbessern, indem sie z. B. Muskelabbau, Sturzverletzungen und Osteoporose entgegenwirkt und das Risiko für psychische Erkrankungen senkt.

Tatsächlich schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Bewegungsmangel zu den führenden vermeidbaren Krankheits- und Todesursachen weltweit zählt.

Gerade bei Menschen mit überwiegend sitzendem Alltag kann selbst ein kurzer Spaziergang Prozesse aktivieren, die sonst kaum angestoßen werden. Bewegung wirkt hier wie ein „Reset“ für den Stoffwechsel.


Fazit – Bereits kleine Änderungen lohnen sich

Wer glaubt, Sport müsse anstrengend, lang und perfekt geplant sein, bewegt sich oft gar nicht. Die neuen Daten legen nahe: Bewegung darf klein, unperfekt und beiläufig sein – Hauptsache, sie passiert.

Zwar zeigt die Studie auch: Je mehr Bewegung man in seinen Alltag integrieren kann und je weniger Zeit man inaktiv verbringt, desto größer ist der Effekt. Doch schon ein kurzer Gang um den Block, ein Telefonat im Gehen oder bewusstes Treppensteigen können Teil einer gesundheitsfördernden Routine sein. Gerade für ältere Menschen oder stark eingebundene Berufstätige ist das eine wichtige Entlastung. Es bedarf weder einer Anmeldung im Fitnessstudio noch teurer Ausrüstung, um die eigene Gesundheit langfristig zu verbessern.

Zwar handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung beweist. Dennoch reiht sie sich in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die zeigen: Regelmäßige Alltagsbewegung ist ein zentraler Hebel für Gesundheit und Langlebigkeit.


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