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Habe ich eine Schlafstörung? Schlaf-Apnoe erkennen und behandeln

  • Dr. Christian Lunow
  • 14. Juli
  • 9 Min. Lesezeit

Fast jeder Mensch schläft einmal schlecht – nach einem stressigen Tag, in Hitzenächten, bei Sorgen oder nach zu viel Kaffee am Abend. Das ist normal und noch keine Schlafstörung. Problematisch wird es, wenn schlechter Schlaf zum Dauerzustand wird. Gelingt es dem Körper nicht, durch Schlaf ausreichend Ruhe und Erholung zu finden, stellen sich schnell Beschwerden ein, die unsere Wachphasen beeinträchtigen, das alltägliche Unfallrisiko steigern und auf Dauer die Gesundheit gefährden.

Laut einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts leidet mehr als jeder dritte Mensch in Deutschland unter diesem Problem. Die Zahl der Betroffenen ist in den vergangenen Jahren angestiegen.

Eine der häufigsten – und zugleich am häufigsten übersehenen – Ursachen für nicht erholsamen Schlaf ist die Schlaf-Apnoe. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie eine Schlafstörung erkennen, was hinter der Schlaf-Apnoe steckt, warum sie mehr als nur lästiges Schnarchen ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es heute gibt.


Schlafstörung ohne Schlaflabor untersuchen
Schlafstörung ohne Schlaflabor untersuchen

Schlafstörung oder nur eine schlechte Nacht?

Von einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung spricht man in der Regel dann, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum – meist mehrere Wochen bis Monate – bestehen und Sie im Alltag spürbar beeinträchtigen.

Nach aktuellen Daten aus der Studienreihe „Gesundheit in Deutschland“ des Robert-Koch-Instituts (Erhebung 2024, veröffentlicht 2026) berichtet fast jeder dritte Erwachsene Probleme beim Durchschlafen und etwa jeder sechste beim Einschlafen; etwa jeder achte ist von beidem gleichzeitig betroffen. Bemerkenswert ist der Trend: Die Gesamtprävalenz für Ein- und/oder Durchschlafstörungen lag 2024 bei 35,3 % und damit fünf Prozentpunkte höher als in der DEGS1-Erhebung von 2008–2011 (30,3 %). Die Zahl der Betroffenen nimmt zu.


Was sind Schlafstörungen?

Schlafstörungen sind ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Beschwerden. Manche Menschen können schlecht einschlafen oder wachen nachts immer wieder auf – man spricht dann von einer Insomnie. Andere leiden unter unruhigen Beinen (Restless-Legs-Syndrom), unter einem verschobenen Schlaf-Wach-Rhythmus oder eben unter schlafbezogenen Atmungsstörungen wie der Schlaf-Apnoe. Weil sich diese Ursachen ganz unterschiedlich behandeln lassen, ist eine genaue Abklärung wichtig – der vorschnelle Griff zu Schlafmitteln ist selten die richtige Antwort.

Menschen mit Insomnie sind tagsüber oftmals erschöpft, und meist wissen sie auch, warum: Betroffene liegen wach und finden nicht in den Schlaf, wälzen sich hin und her, wachen mehrfach auf und liegen dann grübelnd da, oder sie sind morgens viel zu früh wach und können nicht wieder einschlafen. Die Beschwerden werden meist direkt erlebt – die Betroffenen wissen, dass sie schlecht geschlafen haben. Bei der Schlaf-Apnoe ist das anders: Subjektiv haben Betroffene häufig das Gefühl, „durchgeschlafen“ zu haben, vielleicht sogar ausreichend lange – gerade das macht sie oft zu einer tückischen Erkrankung.


Was ist eine Schlaf-Apnoe?

Der Begriff „Apnoe“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Atemstillstand“. Bei einer Schlaf-Apnoe kommt es im Schlaf immer wieder zu kurzen Atemaussetzern oder zu einer stark verminderten Atmung. Man unterscheidet vor allem zwei Formen:

Die obstruktive Schlaf-Apnoe (OSA) ist mit Abstand die häufigste Form. Hier erschlaffen im Schlaf die Muskeln im Rachenraum so stark, dass die oberen Atemwege ganz oder teilweise verschließen. Die Atemluft kann nicht mehr ungehindert strömen – die Betroffenen schnarchen laut, und immer wieder setzt die Atmung für Sekunden aus. Der Körper reagiert mit einer kurzen Weckreaktion, um die Atmung wieder in Gang zu bringen. Diese sogenannten Arousals bemerken die Betroffenen meist nicht bewusst, doch sie zerstückeln den Schlaf und verhindern die erholsamen Tiefschlafphasen.

Die zentrale Schlaf-Apnoe (ZSA) ist seltener. Bei ihr sind die Atemwege frei, aber das Gehirn sendet zeitweise kein Signal an die Atemmuskulatur – der Atemantrieb selbst setzt kurz aus. Diese Form tritt häufiger im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf, etwa einer Herzschwäche.

Die Schlaf-Apnoe ist keineswegs eine Seltenheit. Schätzungen zufolge leiden etwa 5 Prozent der Männer und 3 Prozent der Frauen an einer obstruktiven Schlaf-Apnoe (OSA). Das Risiko steigt mit dem Alter und dem Körpergewicht. Viele Betroffene wissen jedoch nichts von ihrer Erkrankung, weil sie die Atemaussetzer im Schlaf naturgemäß nicht bemerken.


Woran erkenne ich, dass ich Schlaf-Apnoe habe?

Die entscheidenden Ereignisse – die Atemaussetzer und die winzigen Weckreaktionen, mit denen der Körper darauf reagiert – spielen sich unterhalb der bewussten Wahrnehmung ab. Weil man diese Vorgänge im eigenen Schlaf verpasst, sind es oft die Partnerin oder der Partner, die die ersten Hinweise liefern. Typische Anzeichen sind:

  • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen – oft mit hörbaren Atempausen, gefolgt von einem heftigen Luftschnappen oder Schnarchgeräusch

  • Beobachtete Atemaussetzer durch den Bettpartner

Aber es gibt auch Anzeichen, die Betroffene selbst feststellen können:

  • Ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung in ruhigen Situationen

  • Morgendliche Kopfschmerzen und ein trockener Mund beim Aufwachen

  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Reizbarkeit, gedrückte Stimmung

  • Nächtliches Schwitzen und häufiger Harndrang in der Nacht

  • Nicht erholsamer Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer

  • Bei Männern kann auch eine nachlassende Libido oder Erektionsstörung hinzukommen

Wichtig: Schnarchen allein bedeutet nicht automatisch eine Schlaf-Apnoe. Viele Menschen schnarchen, ohne dass die Atmung tatsächlich aussetzt. Umgekehrt gibt es Schlaf-Apnoe auch ohne lautes Schnarchen – das gilt besonders für Frauen, bei denen die Erkrankung oft mit unspezifischeren Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafproblemen oder depressiver Verstimmung einhergeht und deshalb häufiger übersehen wird.


Wer ist besonders gefährdet?

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für eine obstruktive Schlaf-Apnoe deutlich. Dazu gehören:

  • Übergewicht (insbesondere ein hoher Halsumfang)

  • Männliches Geschlecht

  • Höheres Alter (zwischen 30 und 60 Prozent der Menschen über 65 Jahren erkranken an Schlaf-Apnoe)

  • Ein Kinnrückstand oder anatomische Besonderheiten im Rachen- und Kieferbereich

  • Bluthochdruck

  • Abendlicher Konsum von Alkohol oder Beruhigungsmitteln, die die Rachenmuskulatur zusätzlich entspannen.


Wie wird eine Schlaf-Apnoe diagnostiziert?

Der erste Schritt, um eine Schlaf-Apnoe in der Praxis zu diagnostizieren, ist das ausführliche Anamnesegespräch. Dabei werden bestehende Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren erfragt sowie Werte wie Blutdruck, Gewicht und Halsumfang erhoben. Dabei wird zum Beispiel auch gefragt, wie wahrscheinlich Sie in bestimmten Alltagssituationen einnicken würden – etwa beim Lesen, als Beifahrer im Auto oder im Gespräch. Ergibt sich ein begründeter Verdacht, folgt die apparative Diagnostik in zwei möglichen Stufen.

Die ambulante Schlafmessung (Polygraphie): Sie erhalten ein kompaktes Messgerät für zu Hause mit auf den Weg. Über Nacht zeichnet es zentrale Werte auf – etwa den Atemfluss an Nase und Mund, die Atembewegungen von Brust und Bauch, den Sauerstoffgehalt im Blut, den Puls, die Schlafposition und die Schnarchgeräusche. Für viele Patientinnen und Patienten mit einer hohen Vortestwahrscheinlichkeit reicht diese Messung im eigenen Bett aus, um eine obstruktive Schlaf-Apnoe zu erkennen.

Die Untersuchung im Schlaflabor (Polysomnographie): Ist das Ergebnis der ambulanten Messung nicht eindeutig, bleiben die Beschwerden trotz unauffälligem Befund bestehen oder liegen zusätzliche Erkrankungen vor, erfolgt eine Nacht (meist zwei Nächte) im Schlaflabor. Dort wird zusätzlich die Hirnaktivität (EEG), die Augenbewegungen und die Muskelspannung gemessen. So lässt sich der Schlaf genau in seine Phasen aufteilen, und der Schweregrad kann präzise bestimmt werden. Die Polysomnographie gilt als Goldstandard der Schlafdiagnostik.

Das zentrale Maß für den Schweregrad ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Er gibt an, wie viele Atemaussetzer (Apnoen) und deutliche Minderatmungen (Hypopnoen) pro Stunde Schlaf auftreten. Als Faustregel gilt: Ab 5 Ereignissen pro Stunde spricht man von einer Schlaf-Apnoe, 5 bis unter 15 gelten als leicht, 15 bis 30 als mittelgradig und mehr als 30 als schwergradig. Eine spezifische Behandlung wird in der Regel ab einem AHI über 15 empfohlen – bei einer leichten Form dann, wenn ausgeprägte Beschwerden oder relevante Begleiterkrankungen bestehen.


Schlafstörung ohne Schlaflabor untersuchen
Schlafstörung ohne Schlaflabor untersuchen

Wodurch entstehen Schlafstörungen und Schlaf-Apnoe?

Schlafstörungen sind selten „grundlos“. Meist steckt eine erkennbare Ursache dahinter – und weil diese Ursachen so unterschiedlich sind, unterscheidet sich auch die richtige Behandlung. Grob lassen sich die Auslöser einer Insomnie und die einer Schlaf-Apnoe klar voneinander trennen.


Ursachen von Schlafstörungen

Bei Ein- und Durchschlafstörungen liegt die Ursache in aller Regel nicht in der Atmung, sondern in einem Zusammenspiel aus Psyche, Lebensstil und körperlichen Faktoren:

  • Psychische Belastungen: Stress, Sorgen, gedankliches Kreisen, Ängste und Depressionen sind die mit Abstand häufigsten Ursachen anhaltender Schlafprobleme.

  • Lebensstil und Schlafgewohnheiten: unregelmäßige Schlafzeiten, helle Bildschirme bis spät in die Nacht, Koffein am Nachmittag, Alkohol, Nikotin, schwere Mahlzeiten am späten Abend oder zu wenig Bewegung.

  • Schlafumgebung: Lärm, Licht, ein zu warmes Schlafzimmer oder eine unbequeme Matratze.

  • Körperliche Erkrankungen: chronische Schmerzen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Herz- und Lungenerkrankungen, das Restless-Legs-Syndrom, häufiger nächtlicher Harndrang oder hormonelle Umstellungen wie in den Wechseljahren.

  • Medikamente und Substanzen: bestimmte Blutdruck-, Asthma- oder Kortisonpräparate, einige Antidepressiva sowie Genuss- und Rauschmittel.

  • Gestörte innere Uhr: Schichtarbeit, Jetlag oder ein dauerhaft verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus.

  • Höheres Alter: Der Schlaf wird mit den Jahren von Natur aus leichter und störanfälliger.

  • Smartphone-Nutzung: Die Autoren der aktuellen Studienreihe „Gesundheit in Deutschland“ halten die gestiegene Smartphone-Nutzung für eine mögliche Ursache der Zunahme. Aber auch gesellschaftliche Krisen wie die Folgen der Corona-Pandemie, der Klimawandel oder aktuelle militärische Konflikte könnten laut RKI eine Rolle spielen.

Ursachen der Schlaf-Apnoe

Die Schlaf-Apnoe nimmt eine Sonderrolle ein: Ihre Ursache ist nicht psychisch oder verhaltensbedingt, sondern körperlich – gestört ist die Atmung selbst.

Bei der obstruktiven Schlaf-Apnoe ist das Grundproblem ein Erschlaffen und Zusammenfallen der Rachenmuskulatur im Schlaf. Ob es dazu kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist Übergewicht, weil Fettgewebe am Hals und im Zungenbereich die Atemwege verengt – ein hoher Halsumfang ist ein deutliches Warnzeichen. Hinzu kommen anatomische Engstellen wie ein kräftiger Zungengrund, vergrößerte Mandeln oder Polypen, ein zurückliegendes Kinn, enge Kiefer- und Rachenverhältnisse oder eine behinderte Nasenatmung. Auch höheres Alter (der Muskeltonus lässt nach), männliches Geschlecht und der abendliche Konsum von Alkohol oder Schlaf- und Beruhigungsmitteln, die die Muskulatur zusätzlich entspannen, begünstigen die Atemaussetzer. Seltener spielen hormonelle Ursachen wie eine Schilddrüsenunterfunktion eine Rolle. Bei Frauen steigt das Risiko nach den Wechseljahren deutlich an.

Bei der selteneren zentralen Schlaf-Apnoe liegt die Ursache nicht in verengten Atemwegen, sondern in einer gestörten Atemsteuerung durch das Gehirn. Sie tritt vor allem im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf – etwa einer Herzschwäche, nach einem Schlaganfall, bei der Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel starker Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide) oder bei Aufenthalten in großer Höhe.


Warum eine Schlaf-Apnoe mehr ist als nur schlechter Schlaf

Eine unbehandelte Schlaf-Apnoe belastet nicht nur den nächtlichen Schlaf, sondern die gesamte Gesundheit. Bei jedem Atemaussetzer sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, das Herz-Kreislauf-System steht unter wiederholtem Stress, und Blutdruck sowie Puls schwanken stark.

Auf Dauer erhöht das nachweislich das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen (insbesondere Vorhofflimmern), Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch die Entstehung von Typ-2-Diabetes wird begünstigt, und bestehende Stoffwechselerkrankungen lassen sich schlechter einstellen.

Auch das Gehirn leidet unter dem wiederholten Sauerstoffmangel: Studien verbinden die unbehandelte Schlaf-Apnoe mit einem etwa verdoppelten Risiko für Schlaganfall und Demenz, wobei die Datenlage hier durch andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes mitbeeinflusst wird. Hinzu kommen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, ein erhöhtes Risiko für Depressionen und – bei Männern – Erektionsstörungen. Wichtig ist dabei: Die Schlaf-Apnoe tritt selten isoliert auf, sondern meist gemeinsam mit Übergewicht und anderen Erkrankungen, die das Gesundheitsrisiko zusätzlich mitbestimmen.

Hinzu kommt die massiv erhöhte Unfallgefahr durch die Tagesschläfrigkeit – das sogenannte Sekundenschlaf-Risiko im Straßenverkehr ist real und darf nicht unterschätzt werden.

Eine schwere, unbehandelte Schlaf-Apnoe kann die Lebenserwartung verkürzen. In der US-amerikanischen „Wisconsin Sleep Cohort“ hatten Menschen mit schwerer Schlaf-Apnoe über den Beobachtungszeitraum ein rund dreifach erhöhtes Sterberisiko gegenüber Menschen ohne Atmungsstörung; bei den unbehandelten Betroffenen war die Gesamtsterblichkeit etwa vier- und das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben, sogar rund fünfmal so hoch. Auch die Deutsche Lungenstiftung weist darauf hin, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei unbehandelter Schlaf-Apnoe um einige Jahre verkürzt sein kann.

Die gute Nachricht: Das Risiko lässt sich durch eine Behandlung erheblich senken.


Wie wird eine Schlaf-Apnoe behandelt?

Die Schlaf-Apnoe lässt sich in den allermeisten Fällen sehr gut behandeln. Welche Therapie infrage kommt, hängt vom Schweregrad, den Ursachen und Ihren persönlichen Voraussetzungen ab.

  • Die CPAP-Therapie ist die wirksamste und etablierteste Behandlung der obstruktiven Schlaf-Apnoe, besonders bei mittleren und schweren Formen. „CPAP“ steht für „continuous positive airway pressure“ – kontinuierlicher Atemwegsüberdruck. Über eine Maske, die Sie nachts tragen, erzeugt ein kleines Gerät einen leichten Luftüberdruck, der die Atemwege offenhält.

  • Die Unterkieferprotrusionsschiene ist eine Alternative bei leichter bis mittelgradiger Schlaf-Apnoe oder wenn die CPAP-Therapie nicht vertragen wird. Diese individuell angepasste Zahnschiene hält den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorne und schafft so mehr Platz im Rachen.

  • Gewichtsreduktion spielt eine zentrale Rolle, denn Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann die Zahl der nächtlichen Atemaussetzer deutlich senken – bei leichteren Formen manchmal so stark, dass sich die Apnoe fast vollständig zurückbildet. In diesem Zusammenhang werden zunehmend auch moderne Abnehm-Medikamente aus der Gruppe der GLP-1-Wirkstoffe diskutiert. Für den Wirkstoff Tirzepatid wurde in Studien eine deutliche Senkung des AHI bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten gezeigt.

  • Allgemeine Maßnahmen unterstützen jede Behandlung: der Verzicht auf Alkohol und Beruhigungsmittel am Abend, das Vermeiden der Rückenlage (bei manchen Menschen treten die Aussetzer fast nur in Rückenlage auf – hier hilft eine Lagetherapie), eine gute Schlafhygiene und der Verzicht auf das Rauchen.

  • Weitere Verfahren kommen in ausgewählten Fällen infrage. Dazu zählen operative Eingriffe im Bereich von Nase, Rachen oder Kiefer sowie der sogenannte Zungenschrittmacher (Stimulation des Zungennervs), der bei bestimmten Patientinnen und Patienten mit mittel- bis schwergradiger OSA eingesetzt wird, wenn die CPAP-Therapie nicht infrage kommt.


Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Nehmen Sie die Warnzeichen ernst. Wenn Sie über längere Zeit unter nicht erholsamem Schlaf und Tagesmüdigkeit leiden, wenn Ihnen laute Schnarchgeräusche oder Atemaussetzer berichtet werden oder wenn Sie tagsüber gegen die Einschlafneigung ankämpfen müssen, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Das gilt umso mehr, wenn zusätzlich Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes bestehen.


Welcher Arzt kümmert sich um Schlafstörungen?

Eine Schlaf-Apnoe ist gut behandelbar – und die Behandlung verbessert nicht nur die Nachtruhe, sondern schützt langfristig Herz, Kreislauf und Stoffwechsel. Der erste Schritt ist einfach: ein Gespräch in Ihrer Hausarztpraxis. Von dort aus lässt sich schnell klären, ob eine weitere Diagnostik – etwa bei einem HNO-Arzt oder in einem Schlaflabor – sinnvoll ist und welche Möglichkeiten für Sie infrage kommen. 



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