Herzmuskelentzündung nach COVID-19 – mögliche Folge einer Infektion
- Dr. Christian Lunow
- 9. Aug. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Eine Infektion mit dem Coronavirus (COVID-19) kann nicht nur die Atemwege, sondern auch das Herz betreffen. Inzwischen zeigen Studien, dass das Virus bei manchen Betroffenen eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) auslösen kann. Diese kann sowohl während als auch nach der akuten Erkrankungsphase auftreten und sollte ernst genommen werden.
MÖGLICHE URSACHEN UND MECHANISMEN
Das SARS-CoV-2-Virus kann über sogenannte ACE2-Rezeptoren direkt in Herzmuskelzellen eindringen. Dies kann zu einer Entzündungsreaktion führen, bei der körpereigene Immunprozesse das Herzgewebe zusätzlich schädigen.Auch eine Überreaktion des Immunsystems oder durchblutungsbedingte Veränderungen im Verlauf der Erkrankung gelten als mögliche Ursachen.
Neben COVID-19 zählen auch andere Viren – etwa Coxsackie- oder Enteroviren – zu den bekannten Auslösern einer Myokarditis.

SYMPTOME EINER HERZMUSKELENTZÜNDUNG
Die Beschwerden sind oft unspezifisch und können von leichten Symptomen bis zu schweren Herzproblemen reichen.Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
Druck- oder Schmerzgefühl in der Brust
Atemnot, besonders bei Belastung
anhaltende Müdigkeit oder Erschöpfung
Herzklopfen, Herzrasen oder unregelmäßiger Puls
Fieber und Muskelschmerzen
Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) in Beinen oder Füßen
Da die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können – und in manchen Fällen kaum spürbar sind – ist eine ärztliche Abklärung bei Verdacht besonders wichtig.
DIAGNOSE UND KONTROLLE
Zur sicheren Diagnose werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt, darunter:
EKG und Echokardiographie (Herzultraschall) zur Beurteilung der Herzfunktion
Magnetresonanztomographie (Herz-MRT) zur Darstellung von Entzündungsherden im Herzmuskel
Blutuntersuchungen (z. B. Troponin) zum Nachweis von Herzmuskelschäden
Anamnese und körperliche Untersuchung, um Symptome und Risikofaktoren einzuordnen
Bildgebende Verfahren wie das kardiale MRT zeigen, dass selbst Patientinnen und Patienten mit mildem Verlauf eine vorübergehende Herzbeteiligung entwickeln können.
BEHANDLUNG UND PROGNOSE
Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Ursache der Entzündung. In leichten Fällen reichen Schonung und symptomorientierte Behandlung, während bei schwereren Verläufen entzündungshemmende oder herzstärkende Medikamente eingesetzt werden.
Entscheidend für die Genesung ist, das Herz ausreichend zu entlasten und körperliche Belastung zu vermeiden, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist.
LANGZEITFOLGEN UND NACHSORGE
Eine Myokarditis kann in Einzelfällen langfristige Veränderungen der Herzfunktion verursachen, etwa eine Herzschwäche oder Rhythmusstörungen. Deshalb ist eine regelmäßige kardiologische Kontrolle nach einer COVID-19-Infektion besonders wichtig – vor allem, wenn anhaltende Beschwerden wie Erschöpfung, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen bestehen.
Die Forschung zu den Langzeitfolgen von COVID-19 auf das Herz läuft weiterhin. Aktuell gilt jedoch: Das Risiko einer Herzmuskelentzündung nach Infektion scheint höher zu sein als nach einer Impfung gegen das Virus.
UNSER FAZIT
Eine Herzmuskelentzündung nach COVID-19 sollte stets ernst genommen werden. Wer nach einer Infektion anhaltende Beschwerden verspürt, sollte eine ärztliche Untersuchung durchführen lassen – idealerweise mit Herz- und Gefäßdiagnostik im Rahmen eines Gesundheitschecks. Frühzeitige Erkennung und gezielte Nachsorge sind entscheidend, um das Herz zu schützen und Folgeschäden zu vermeiden.



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