Wie man die Leber gesund hält – und was „Entgiften“ wirklich bedeutet
- Dr. Christian Lunow
- 4. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Die Leber ist ein echtes Multitalent – und dennoch wird ihre Bedeutung für unsere Gesundheit oft unterschätzt. Sie steuert über 500 verschiedene Körperfunktionen, darunter Stoffwechsel, Hormonhaushalt, Verdauung und Entgiftung. Damit ist sie eines der wichtigsten Organe für Vitalität und Wohlbefinden.
Doch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol, Medikamente oder Übergewicht setzen ihr zunehmend zu. Erkrankungen wie die nichtalkoholische Fettleber treten heute häufiger auf als je zuvor – und oft bleibt die Leber lange unbemerkt belastet.

DIE LEBER ALS STOFFWECHSEL- UND ENTFGIFTUNGSZENTRALE
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers. Sie sorgt für stabile Blutzuckerwerte, speichert Energie in Form von Glykogen und wandelt Nährstoffe so um, dass sie für Zellen verfügbar sind. Außerdem produziert sie Gallenflüssigkeit, die bei der Fettverdauung hilft, und speichert wichtige Vitamine (A, D, E, K, B12) sowie Spurenelemente wie Eisen und Kupfer.
Ihre wichtigste Aufgabe: Entgiftung. Die Leber filtert Schadstoffe, Medikamente, Alkohol und Stoffwechselabbauprodukte aus dem Blut. Diese werden in harmlose Substanzen umgewandelt und über Nieren oder Darm ausgeschieden.
„LEBERENTGIFTUNG“ – WAS STECKT DAHINTER?
Der Begriff „Leberentgiftung“ wird häufig verwendet – medizinisch gesehen muss die Leber jedoch nicht entgiftet werden, denn sie ist selbst das Entgiftungsorgan. Dennoch lässt sich ihre Funktion durch gesunde Lebensgewohnheiten gezielt unterstützen.
Zu den wirksamsten Maßnahmen gehören:
Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum
Zuckerarme, ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Vollkornprodukten
Regelmäßige Bewegung, idealerweise Ausdauertraining
Vermeidung von Fertigprodukten, Nikotin und Fast Food
Ausreichend Flüssigkeit und bewusster Umgang mit Medikamenten
Eine bewusste Ernährung mit antioxidativen Vitaminen (C, E, Beta-Carotin) und sekundären Pflanzenstoffen aus Obst, Gemüse oder Kräutern (z. B. Mariendistel, Artischocke, Kurkuma) kann die Leber zusätzlich entlasten.
FETTLEBER UND METABOLISCHES SYNDROM – HÄUFIGE URSACHEN
In Deutschland leidet etwa jeder vierte Erwachsene an einer nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD) – häufig als Folge des sogenannten metabolischen Syndroms:Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte und gestörte Blutfettwerte verstärken sich gegenseitig und führen langfristig zu einer Überlastung der Leber.
Eine unbehandelte Fettleber kann in eine Leberentzündung (Steatohepatitis) übergehen und im schlimmsten Fall zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen sind daher entscheidend, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
WIE MAN DIE LEBERGESUNDHEIT UNTERSTÜTZT
Die Leber hat ein enormes Regenerationspotenzial – selbst geschädigtes Gewebe kann sich erholen, wenn die Ursachen beseitigt werden. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können viel bewirken:
Regelmäßige Bewegung: fördert den Fettabbau und verbessert die Insulinempfindlichkeit.
Gesunde Ernährung: mediterrane Kost mit wenig Zucker, Fleisch und gesättigten Fetten.
Intervallfasten: entlastet den Stoffwechsel und unterstützt den Fettabbau in der Leber.
Gewichtsreduktion: Schon ein Gewichtsverlust von 5–10 % kann Leberwerte verbessern.
Rauchstopp: Nikotin belastet nicht nur die Lunge, sondern auch die Leberdurchblutung.
LEBERGESUNDHEIT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN
Auch bei jungen Menschen wird die Fettleber zunehmend häufiger diagnostiziert – meist durch zuckerhaltige Getränke, Fast Food und Bewegungsmangel.Eltern können vorbeugen, indem sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßige Pausen ohne Bildschirmzeit achten.
Frühzeitige Prävention ist entscheidend, um langfristige Schäden an Leber, Herz und Stoffwechsel zu vermeiden.
FAZIT
Die Leber ist das Schutzschild des Körpers – sie reinigt, reguliert und regeneriert.Anstatt kurzfristige „Entgiftungskuren“ zu versuchen, sollte das Ziel eine dauerhafte Lebergesundheit durch ausgewogene Ernährung, Bewegung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sein. Wer frühzeitig auf seine Leber achtet, schützt nicht nur ein Organ, sondern stärkt den gesamten Körper.



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